Schwarzer Holunder (Sambucus nigra L.)

holunder

(Caprifoliaceae) Geißblattgewächse

Botanisches: Kleiner sommergrüner Strauch bis etwa 10 m Höhe. Rinde rissig, gefurcht, graubraun, an älteren Exemplaren sehr korkig. Von der Stammbasis wachsen oft sehr lange, gerade Schösslinge. Zweige und jüngere Äste hellgrau mit vielen Lentizellen und mit reichlich weißem Mark. Knospen gegenständig, grün, oft rötlich überlaufen oder ganz rot. Blätter gegenständig, unpaarig gefiedert. Gelblichweiße Blüten in flachen Trugdolden angeordnet.

Wird auch Holler oder Holder genannt nach Holun-tar = Baum der Holla = Frau Holle.

Verwendung als Wildgemüse: Die Blüten in Pfannkuchenteig getaucht und ausgebacken geben die Hollerküchle. Um aus den schwarzen beerenartigen Steinfrüchten den sehr Vitamin C-reichen Saft als Getränk, Suppen, Schnaps oder Gelee zu gewinnen, muss man im Herbst den Vögeln zuvorkommen.

Die rohen Beeren sind schwach giftig und sollten nur abgekocht genutzt werden!

Blütezeit: Mai-Juni

Verwendung in der Heilkunde: Tee aus Holunderblüten wirkt schweißtreibend zur Blutreinigung bei Rheuma, hilft bei Katarrhen und Heiserkeit, reguliert die Verdauung und baut die Abwehrkräfte auf. Die Blüten müssen schnell getrocknet werden und dürfen nicht braun werden. Der Saft wirkt abführend.

Als Zaubermittel galt der Holunder früher als Sitz der beschützenden Hausgötter und wurde gerne in die Nähe von Wohnhäusern und Stallungen gepflanzt.

 

 

REZEPTE    REZEPTE    REZEPTE

 

Holunderblütensirup:

 

100 g frische Holunderblüten  

1 unbehandelte Zitrone

500 g weißer Zucker

500 ml Wasser

 

Blütendolden ausschütteln, um eventuelle Tiere zu entfernen, den groben Stängel abschneiden mit dem Wasser aufkochen und bei schwacher Hitze 30 Min. leicht sieden lassen. Die Blüten abfiltern, den Aufguss mit dem Zitronensaft und dem Zucker bei kleiner Hitze unter Rühren eindicken, bis sich eine sirupartige Konsistenz einstellt; das dauert mehrere Stunden! Einen Tag in einem Glasgefäß abgedeckt ziehen lassen.

 

Holunderblütensirup hält im Kühlschrank ungeöffnet ein halbes Jahr, geöffnet etwa 1 Monat. Man kann ihn auch im Eiswürfelbehälter einfrieren.

Mit Mineralwasser oder mit Prosecco gespritzt ergibt er ein erfrischendes Getränk, und in der Küche nimmt man ihn als gesunde Süße zum aromatisieren von Desserts und Kuchen.

 

Mit dem gleichen Rezept erhält man mit Spitzwegerichblättern, Anis, Huflattich und Veilchenblüten und -blättern (insgesamt etwa 100 g) eine wohlschmeckende Hustenmedizin.

 

Aus Veilchen, Waldmeister, Löwenzahnblüten (nur das gelbe ohne Kelch), Zitronenmelisse, Minze und Rosenblüten kann man ebenso einen leckeren Sirup bereiten. 

 

Holunderküchlein:

 

Aus 3 Eiern, 125 g Mehl, 3 EL Milch oder für Feinschmecker 3 EL Weißwein, 1 Prise Salz einen dickflüssigen Teig herstellen, die Holunderblüten mit Stängeln in den Teig tauchen und in der Pfanne mit viel Butter und Öl ausbacken. Vor dem Servieren mit Zimt und Zucker überstreuen.

 

 

 

Holunderblütenlikör:

 

36 Holunderblütendolden bei voller Sonne geerntet gut abschütteln, um den sechsbeinigen Bewohnern die Chance zur Flucht zu geben. ..

Die Blüten mit 100 g Zitronensäure und 3 l Wasser übergießen und 24 Stunden ziehen lassen.

Dann abgießen und 3 kg Zucker und 3 l Korn oder Wodka dazugeben.

Das ganze 3 Wochen an einem sonnigen Ort stehen lassen bis der Zucker sich gelöst hat und in Flaschen füllen. Der so zubereitete Likör ist ein Jahr haltbar (wenn er dann noch da sein sollte). Schmeckt sehr, sehr lecker!!